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Bühne | 04 / 2012

DAS MÖGLICHE THEATER

»Der Meister und Margarita« in Dortmund 

TEXT: SASCHA WESTPHAL Anders als Goethes Mephisto will Voland, der Teufel, der in Michail Bulgakows Roman das Moskau der 1930er Jahre heimsucht, nicht einmal das Böse. Er schafft einfach das Gute, indem er die Gierigen und Verblendeten bestraft. Regisseur Kay Voges geht in seiner Adaption dieser allegorischen und satirischen Abrechnung mit dem...


Bühne | 03 / 2012

GOTTVOLL

Rameaus »Castor et Pollux« an der Rheinoper

TEXT: REGINE MÜLLER Göttliches Liebesspiel: Castor und Pollux sind Söhne der Leda, gezeugt von verschiedenen Vätern – in einer einzigen Nacht. Pollux stammt von Jupiter ab und ist unsterblich, Castor dagegen sterblich. Letzterer möchte Télaïre heiraten, wird jedoch auf dem Schlachtfeld getötet. Pollux will den Tod des Bruders rächen – begehrt...


Bühne | 03 / 2012

RUTSCH MIR DEN BRECHT RUNTER

 Herbert Fritsch inszeniert in Köln Brechts »Puntila« 

TEXT: ANDREAS WILINK Der Raum macht die Musik. Es neigen sich Palmen, ein Pianist im schwarzen Trikot, verkleidet als halbmännliche Josephine Baker, trägt einen Gürtel aus Bananen. Und der berühmte Foxtrott-Shimmy »Ausgerechnet Bananen«, den schon Billy Wilder »Eins, Zwei, Drei« zum kleindeutschen Grenzverkehr antrieb, wird angestimmt. Die...


Bühne | 03 / 2012

REBELLION AUF EIS

Max Frischs »Graf Öderland« in Essen

TEXT: ULRICH DEUTER Die enge Jacke der Gesellschaft; wie man sie abstreift; und was darunter ist – diese Frage hat Max Frisch sein Leben lang umgetrieben. Und dies schon früh: In seinem Drama »Graf Öderland«, das 1951 uraufgeführt wurde, erkennt ein Staatsanwalt, also ein typischer Frisch-Bürger, in einem typischen europäischen Land eines...


Bühne, Köpfe in NRW | 03 / 2012

ALLES GUTE

Bei ihm stimmt vieles: Der Vater, die Freundin und wohl auch das Talent. Die ersten paar Monate als Galerist in Düsseldorf versprechen denn auch viel Erfolg für Max Mayer. K.WEST besuchte den 28-jährigen Aufsteiger in seinen...

TEXT: STEFANIE STADEL Noch ist alles dicht. Die Türen zu, die Lampen aus, und das große Schaufenster mit verdunkelnder Folie beklebt. Etwas verspätet eilt der schlanke Jungmann im Retro-Schick mit Scheitel und Hornbrille herbei. Öffnet Tür, Tor und drängt, bevor man sich womöglich setzen will, zum Rundgang durch seine Galerie. Eine kleine,...


Bühne | 03 / 2012

DIE VERMESSUNG DER WELT

Das Theatertreffen 2012 im Rahmen der 34. Duisburger Akzente

TEXT: SASCHA WESTPHAL Eigentlich sucht Karl Roßmann nur das, wonach sich fast alle sehnen: ein Zuhause, das Gefühl, zu jemandem zu gehören, nicht ausgeschlossen und verachtet zu sein. Doch der schuldlos schuldige Siebzehnjährige, den seine Eltern nach Amerika verstoßen haben, nachdem das Dienstmädchen, das ihn verführt hatte, schwanger geworden...


Medien, Bühne, Film | 03 / 2012

ICH BIN, DIE ICH BIN

»Besondere Ehrung«: Das Grimme-Institut würdigt Hannelore Hoger – nicht nur für Bella Block. Eine Begegnung mit der Schauspielerin in ihrer Heimatstadt Hamburg und ein Gespräch über Kluge und Zadek, Schamhaare und Schüchternheit,...

TEXT: ANDREAS WILINK Alexander Kluge zitiert in seinem neuen Erzählprojekt »Das fünfte Buch«, das 402 Lebensläufe versammelt,  den Roman über die »Prinzessin von Clèves«, im 17. Jahrhundert verfasst von Marie-Madeleine de la Fayette. Deren poetisch-praktisches Programm lautet: »Du sollst Achtung haben vor der Wildheit, dem Eigensinn, der...


Bühne | 02 / 2012

»ICH BIN ALLES MÖGLICHE«

Von Bielefeld bis Wien, jetzt in Köln und demnächst in Hamburg: Porträt des Schauspielers Michael Wittenborn in Bild und Wort.

TEXT: ANDREAS WILINK Vielleicht ist er vier Tage zu früh geboren, und der 35. Mai, an dem – wie man seit Erich Kästner weiß – unglaubliche Dinge passieren, Verhältnisse kippen, Pferde sprechen und Witz und kindliche Phantasie über Alltagsvernunft triumphieren, wäre das passendere Datum für Michael Wittenborn gewesen, um auf die Welt zu kommen....


Bühne, Köpfe in NRW | 02 / 2012

DER WILL NUR SPIELEN

Kein Kinderkram: Martin Reinls liebevoll-anarchistische Puppen begeistern auch Erwachsene – seine bekannteste Schöpfung ist der Hund »Wiwaldi« aus der Sendung »Zimmer frei!«. Ein Blick hinter die Couch.

TEXT: VOLKER K. BELGHAUS   An der Scheibe am Eingang klebt ein Kaninchen. Oder das, was von ihm übrig ist. Das weiße Plüschfell ist zerzaust, die Augen sind unterschiedlich groß und schielen, die Lippen sind grotesk zu einem roten Kussmund geformt. Zudem sieht das Tier aus, als wäre es gerade großzügig überfahren worden. Klare Ansage:...


Bühne | 02 / 2012

LIEBE UND SO

 »Kleiner Mann – was nun?« in Bochum 

TEXT: ULRICH DEUTER Das Publikum des Bochumer Schauspiels ist durchschnitts-älter, als man glaubt, und kann sich daher in der zweiten Vorstellung von »Kleiner Mann – was nun?« sachkundig darüber austauschen, wer damals, als Zadek das »Stück« inszenierte, das Lämmchen spielte: war’s die Hoger? Ja, es war Hannelore Hoger, die neben Rosel Zech...


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