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Film | 03 / 2012

AFRICAN TRAGEDY

»Viva Riva – Zu viel ist nie genug«

TEXT: ANDREAS WILINK In Angola kann jemand sein Glück machen, um es im Kongo wieder zu verlieren. Riva war zehn Jahre lang fort; nun ist er zurück in Kinshasa. Er schmeißt mit Geld nur so um sich: 1000 Dollar für die Eltern, die sich etwas anderes wünschen von ihrem Sohn, bündelweise schafft er sich mit den Scheinen falsche Freunde, bezahlt...


Film | 03 / 2012

STRENGES GLÜCK

Die DDR im Jahr 1980, eine Frau, zwei Männer, Leben unter Aufsicht und der Weg ins Freie: »Barbara« von Christian Petzold, der mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet wurde.

TEXT: ANDREAS WILINK Es gibt eine Menge Filme über die untergegangene DDR: kritische, aber gleichsam stubenrein gemütliche wie Matti Geschonnecks »Boxhagener Platz«, treuherzig hintersinnige und mit Komik angewärmte wie Wolfgang Beckers »Good Bye, Lenin« und staatstragend grundsätzliche, ehern auftrumpfende und noch mit der Trauer raffiniert...


Medien, Bühne, Film | 03 / 2012

ICH BIN, DIE ICH BIN

»Besondere Ehrung«: Das Grimme-Institut würdigt Hannelore Hoger – nicht nur für Bella Block. Eine Begegnung mit der Schauspielerin in ihrer Heimatstadt Hamburg und ein Gespräch über Kluge und Zadek, Schamhaare und Schüchternheit,...

TEXT: ANDREAS WILINK Alexander Kluge zitiert in seinem neuen Erzählprojekt »Das fünfte Buch«, das 402 Lebensläufe versammelt,  den Roman über die »Prinzessin von Clèves«, im 17. Jahrhundert verfasst von Marie-Madeleine de la Fayette. Deren poetisch-praktisches Programm lautet: »Du sollst Achtung haben vor der Wildheit, dem Eigensinn, der...


Film | 02 / 2012

L’ENFANT SAUVAGE – DAS WILDE KIND

Vaterseelenallein: In »Der Junge mit dem Fahrrad« setzen die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ihre Mentalitätsgeschichte Belgiens fort.

TEXT: ANDREAS WILINK Unbekannt verzogen. Der Vater ist fort, das Kind allein. Der 11-jährige Cyril (Thomas Doret), bislang von seiner Großmutter betreut, sollte nur vorübergehend in einem Heim untergebracht sein, weil Guy Catoul angeblich etwas Zeit brauchte, um die Dinge neu zu regeln. Der Film der Brüder Dardenne beginnt mit einem Telefonat...


Film | 02 / 2012

BLUTSTROPFEN UND TRÄNE

»Dame, König, As, Spion« nach John le Carré

TEXT: ANDREAS WILINK Die guten alten Zeiten waren böse, aber einfach und klar in der Zuschreibung der Rollen. Hier der Westen, dort Moskau. Es sind die Siebziger. Genauer gesagt, 1973: das Jahr, in dem 007 Roger Moore in New Orleans und Florida smart »Live and let die« austarierte, und in dem John le Carré seinen fünften, 1974 erschienenen...


Film | 02 / 2012

DER SCHLÜSSEL ZUR ZUKUNFT DES KINOS

Martin Scorseses »Hugo Cabret« trifft Georges Méliès

TEXT: ANDREAS WILINK Lust auf ein Abenteuer? Dafür gibt es doch einen Regisseur, spezialisiert auf dieses Genre und auf verlorene kleine Jungen, die den Schlüssel zum Glück suchen, ob der sich nun in Neverland, auf einer Saurierinsel, in einer Klon-Werkstatt für Wunschkinder, im Spiegelkabinett wechselnder Identitäten oder dort, wo die Aliens...


Film | 02 / 2012

WALDFRIEDEN

Hans Weingartners »Die Summe meiner einzelnen Teile«

TEXT: ANDREAS WILINK Elias Canettis Großstudie »Masse und Macht« widmet ein Kapitel den Massensymbolen der Nationen. Für den Deutschen hat Canetti den Wald ausgemacht: »Er sucht den Wald, in dem seine Vorfahren gelebt haben, noch heute gern auf und fühlt sich eins mit Bäumen«. Es ist dieses romantische Naturverständnis, das auch Hans...


Film | 12 / 2011

ROHKOST

»Perfect Sense« von David MacKenzie

TEXT: ANDREAS WILINK Die Welt ist aus den Fugen: Was David Mackenzies apokalyptischer Thriller als Kaleidoskop von Gesichtern und Geschehnissen immer wieder in rasanter Montage, von Glasgow aus die Kontinente überspringend, zusammenwürfelt. Ideologien, religiöser Fundamentalismus, soziale Krisen – alles nichts gegen die unsichtbare Gefahr. Ein...


Film | 12 / 2011

EINER WARTET IMMER

William Monahans Thriller »London Boulevard«

TEXT: ANDREAS WILINK »Die Gebühr dafür, dass es einem gut geht, muss bar beglichen werden.« Das ist einer dieser knappen Sätze, die zu Mitchel passen. Darin zeigt er sich, obgleich sonst wortkarg, freigebig. Ebenso, wenn er einem alten Freund und Obdachlosen etwas zusteckt (leider auch im Tausch gegen dessen Revolver ein Sprungmesser) oder...


Film | 12 / 2011

MÖGE DIE MACHT MIT DIR SEIN

Film des Monats: »Tage des Verrats« von und mit George Clooney und Ryan Gosling

TEXT: ANDREAS WILINK Am 15. Tag des Monats Martius im römischen Kalender des Jahres 44 vor Christus wurde Gaius Julius Caesar ermordet. Offenbar sind die Iden des März kein Begriff mehr. Ansonsten gäbe es keinen Grund, den Originaltitel in banale »Tage des Verrats« umzutaufen und einzudeutschen. Die politische Aussagekraft ist damit futsch....


Was? Wann? Wo?Der Kultur-kalender für NRW

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