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Literatur | 03 / 2012

IN RUHE AUSRASTEN

Auch die Lit.Cologne hat seit drei Jahren eine Casting-Show: Vier Debütanten konkurrieren um den Silberschweinpreis. Das Publikum darf entscheiden. In diesem Jahr dabei: Nina Bußmann, Stephan Groetzner, Matthias Nawrat und...

TEXT: ANDREJ KLAHN Neulich war er mal wieder irgendwo zu lesen, der renovierungsbedürftigste aller Feuilleton-Altbauwohnungssätze: »Die deutsche Literatur verlässt die sanierte Altbauwohnung und begibt sich dorthin, wo das Leben tobt«. So oder so ähnlich wird das jedes Jahr in irgendeinem Kulturteil zu Papier gebracht. Häufig kommt dann auch...


Literatur | 03 / 2012

»DAS ERZÄHLEN IST INZWISCHEN SUCHT.«

Silvia Bovenschen, Jahrgang 1946, war bekannt als Essayistin, die elegant über Feminismus, Mode und Alltag schrieb. Mittlerweile hat sie mit »Wie geht es Georg Laub?« ihren dritten Roman vorgelegt: wiederum eine sehr eigene...

INTERVIEW: ULRICH DEUTER K.WEST: Ihre Bücher sind durchdrungen vom Wissen um eine tiefgrundierte Unsicherheit. Um das Prekäre von Ich, Kunst, Liebe, Realität. Trotzdem fühlt man sich beim Lesen sonderbarerweise wohl, gar getröstet. Kommt dies daher, dass Sie selbst fasziniert sind von, dass Sie verliebt sind in die Unsicherheit? BOVENSCHEN:...


Literatur | 03 / 2012

AM RAND DER DEUTSCHEN GESCHICHTE

Exotisch, ironisch, diskussionswürdig: Christian Krachts Kolonialroman »Imperium«

TEXT: VOLKER K. BELGHAUS Nein, Christian Krachts »Imperium« wird nicht in den nächsten Wochen am Kiosk mit geschwärzten Stellen dem Schlagzeilenreproduktionsfachblatt »Zeitungszeugen« beiliegen. Den Eindruck konnte man bekommen, schließlich wurde am 13. Februar zurückgeschrieben – der Spiegel warf Kracht auf länglichen vier Seiten die...


Literatur | 02 / 2012

IM WINKEL VON 45 GRAD

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Michael Ondaatjes Lebensroman »Katzentisch« schickt einen Jungen 1954 von Ceylon nach England.

TEXT: ANDREAS WILINK Was für Proust der Duft zarten Madeleine-Gebäcks war, um die Erinnerung aufzurufen, ist bei Michael Ondaatje der Geruch eines brennenden Hanfseils, das als Fidibus zum Anzünden von Zigaretten benutzt wird. Offenbar eine Sitte in Ceylon, das seit 1972 Sri Lanka heißt. Ein elfjähriger Junge schnuppert das spezielle Aroma...


Literatur | 02 / 2012

VOM NACHHAUSEKOMMEN

Frank Goosens Roman »Sommerfest«

TEXT: VOLKER K. BELGHAUS Man kommt hier nicht weit. Am Ende landet man doch immer irgendwie in Wattenscheid in dieser Samstagnacht, in der Stefan und seine Freunde von früher noch mal einen draufmachen wollen. Auch wie früher: Ab an die Tanke an der Bochumer Alleestraße, Kasten Bier hinten rein und los. Da ist Stefan schon mittendrin im...


Literatur | 02 / 2012

NICHTS RATLOSER ALS EINE TAUBE

Wilhelm Genazinos neuer Roman »Wenn wir Tiere wären«

TEXT: ULRICH DEUTER Täglich gehen Tausende Abteilungsleiter durch die Welt. Sie begegnen Tausenden Immobilienmaklern an der Mittelmeertheke beim Hertie, und es kommt ihnen völlig normal vor. Ein paar wenige Menschen sind »zu empfindlich für das Hertie«, so werden sie die Helden in Wilhelm Genazinos Romanen. Ihr Unterschied ist, sie finden alles...


Literatur | 12 / 2011

ALLES NUR BIO

Judith Schalanskys amüsanter »Hals der Giraffe«

TEXT: ULRICH DEUTER Inge Lohmark ist Lehrerin in Deutschlands östlichster Provinz, Sport und Bio. Um sie herum Pubertätssumpf, Kollegenzwistigkeiten, Eheödnis, Kleinstadtmief. Auch das Auto versagt immer wieder. Den Zumutungen des Lebens begegnet Lohmark mit der Harke ihrer Profession: dem Evolutionsbiologismus. Unter dessen ordnenden Zinken...


Literatur | 12 / 2011

ÜBER DEN WOLKEN

Jan Peter Bremers Roman »Der amerikanische Investor«

TEXT: ANDREJ KLAHN Was ist eigentlich los, wenn ein Mann die Schieflage der eigenen Schriftstellerexistenz damit zu erklären versucht, dass sich der Küchenboden seiner Wohnung dramatisch abgesenkt hat? So stark, dass ein Spielzeugauto ohne Anschubsen von einer Wand zur anderen fährt? Ins Wanken gerät die Statik des maroden Altbaus in Jan Peter...


Literatur | 12 / 2011

AUS DEM GESCHICHTSKELLER STEIGEN

Maja Haderlaps autobiografischer Roman »Engel des Vergessens«

TEXT: ANDREJ KLAHN Die Einsicht, dass der Tod allgegenwärtig ist, holt das Kind im Alter von acht Jahren ein. Da greift er buchstäblich nach ihm, mit den verkrampften Händen der Epileptikerin Iris, die im See einen Anfall erleidet und – auf der Suche nach Halt – das Kind mit sich hinunterzieht. Iris stirbt, die Erzählerin überlebt – und fühlt...


Literatur | 12 / 2011

EINE DIKTATUR, SONST NICHTS

Weimar, 1994: In Andrea Hanna Hünnigers autobiografischem Buch »Das Paradies – Meine Jugend nach der Mauer« ist die DDR nur noch eine Erinnerung.

TEXT: VOLKER K. BELGHAUS Paradiese sind dazu da, um aus ihnen vertrieben zu werden. Das Paradies ist für Andrea Hanna Hünniger eine verwilderte Kleingartenanlage am Rande der Weimarer Plattenbausiedlung, in der sie aufgewachsen ist. Ein Ort zum Verstecken; hier rauchte man die ersten Zigaretten und Joints, es wurde gegrillt, später brannten...


Was? Wann? Wo?Der Kultur-kalender für NRW

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