Trio Infernal: »Die lebenden Toten«. (Foto: Matthias Horn)

Ist ja irre

Uraufführungen bei den Ruhrfestspielen.

TEXT SASCHA WESTPHAL

Verlorene Paradiese. Die Toten kommen. Und das nicht nur in dem Horror-B-Movie, den drei namenlose Mitteleuropäer drehen wollen. Horden von Zombies warten nur darauf, die Lebenden zu überrennen. Dessen ist sich das Trio sicher, aber diese Gewissheit ist auch schon das Einzige, worauf sich die Protagonisten von Christian Lollikes europäischer Negativ-Vision »Die lebenden Toten« (24. & 25. Mai) verständigen können; die Uraufführung inszeniert Tilmann Köhler in einer Koproduktion mit dem Schauspiel Dresden.

Schon bei der Frage, wer die Untoten sind, herrscht heillose Uneinigkeit: Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten oder doch die Europäer selbst, die nur noch im Konsum Erfüllung finden? Lollikes Figuren wechseln fortwährend die Positionen. Mal sind sie idealistische Verteidiger der Freiheit, mal stumpfe Hetzer. Genauso geht es, so der dänische Autor, vielen Menschen: »Wir scheinen im Moment vergessen zu haben, welche Werte bewahrenswert sind und welche nicht.« Diese Verwirrung treibt sein Stück extrem auf die Spitze. Lollike sieht im Theater die Chance, nach »einem politischen System zu suchen, das mit den uns bedrohenden Problemen tatsächlich fertig werden kann.« Die Hoffnung stirbt zuletzt.  

Auf diese utopische Kraft setzt auch Thomas Köck, der (...) 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von K.WEST. 

1. Mai bis 19. Juni 2016. 

Bühne
05 / 2016

Ist ja irre


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