Diese Sechs sind Forced Entertainment (Tim Etchells, zweiter von links) und haben

Drecksarbeit, die glitzert

Die englischen Performer von »Forced Entertainment« im Porträt – vor der Premiere ihres aktuellen Stücks auf PACT Zollverein

Es ist anstrengend. Nervtötend. Endlos oft hat man diese Szene jetzt schon gesehen. Drei Personen in einer idiotischen Gameshow, bei der ein Kandidat in drei Versuchen das Wort erraten soll, an das ein anderer gerade denkt. Der Moderator heizt die Stimmung an, der Denkende feixt, der Kandidat scheitert. Nächste Runde. Nächste, nächste, nächste, bis sich irgendwann die ätzende Satire auf das Fernsehen als Selbstentblößungs- und Verblödungskult im eigenen Kopf verwandelt. 

Fragen drängen sich auf über die Macht der Sprache und die menschliche Sehnsucht nach einer Erlösungsformel, nach der Wahrheit schlechthin. Über den seltsam bösen Spaß am Versagen anderer oder über die Ahnung, dass das eigene Leben ein großer Irrtum sein könnte. Unversehens verwandelt sich eine Spieleshow-Parodie in ein clownesk-tiefsinniges Existenzdrama. »Warten auf Godot« in Zeiten von TV-Trash und Quiz-Quatsch. »Zwangsunterhaltung«, das letzte großartige Signaturstück der britischen Performancegruppe Forced Entertainment.

»Wir waren überrascht, aber dann auch wieder nicht«, sagt Tim Etchells über den Erfolg von »Real Magic«, das zum Berliner Theatertreffen im Mai eingeladen wurde. »Waren selbst sehr gepackt von dem Stück, aber wussten nicht, wie das Publikum reagiert.« Etwa ob es Zuschauer geben würde, die (...)

»DIRTY WORK (THE LATE SHIFT)«, 28. UND 29. APRIL 2017; PACT ZOLLVEREIN, ESSEN.

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Bühne
04 / 2017

Drecksarbeit, die glitzert

Von: Nicole Strecker