Bruegels »Der Sturz der rebellierenden Engel« in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel von 1562. Foto: © KMSKB

Willkommen im Bruegel-Jahr

Meisterhaft: 2019 feiert Flandern Pieter Bruegel den Älteren. Wir zeigen, wo genau.

Eigentlich war er ein Stadtmensch. Und doch ging Pieter Bruegel der Ältere, der um 1525/1530 vermutlich in Breda geboren wurde und 1569 in Brüssel starb, als »Bauernbruegel« in die Kunstgeschichte ein. Als großer Meister der flämischen Malerei, der im Landleben der einfachen Leute einen Fundus fand, aus dem er schöpfte. So einfallsreich, so derb, so voll phantastischer Anspielungen. Zum 450. Todestag erinnert Flandern 2019 nun an seinen großen Sohn mit gleich mehreren Ausstellungen und einem Veranstaltungsprogramm: Mit dabei ist etwa die Königliche Bibliothek Brüssel, die eine große Sammlung seiner Papierarbeit besitzt (»Bruegels Welt in Schwarz und Weiß«, ab 15. Oktober 2019). Oder das Brüsseler BOZAR, der Palast der Schönen Künste, der sich mit zwei Ausstellungen am Themenjahr beteiligt: mit »Druckkunst im Zeitalter von Bruegel« und einer Schau zu seinem Kollegen »Bernard van Orley«.

Im Stadttor Hallepoort von 1381 will die Schau »Ein Tor zum 16. Jahrhundert« einen virtuellen Einblick ins Bruegel-Universum geben (ab 21. Juni 2019). Überhaupt wird der Meister von allen erdenklichen Seiten betrachtet – auch digital. In den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel zeigt die Ausstellung »Unseen Masterpieces« seine Meisterwerke, zerlegt in tausende Dateien und eine Milliarde Pixel. Darunter auch »Der Sturz der rebellierenden Engel« – einmal in 3D, eine Etage höher dann im Original.

Hinzu kommt einiges auf dem Land: Auf Schloss Gaasbeek will die Ausstellung »Das Narrenfest« ab April den Geist Bruegels nicht nur durch die Kraft der Gemälde, sondern auch durch Musik, Literatur und Film lebendig machen. Daneben werden ab 1. Juni 2019 in ganz Flandern 40 Werke des Projekts »Flämische Meister in Situ« an ihren Originalplätzen zu sehen sein. Reichlich Bruegel also – und das ist erst der Anfang. 2020 geht es mit Jan van Eyck (1390–1444) weiter, dessen berühmter Genter Altar an seinen angestammten Platz in die St. Bavo-Kathedrale zurückkehrt. Ohne virtuellen Schnickschnack. Dafür frisch restauriert. AKI

www.flemishmasters.com

Kunst
01 / 2019

Willkommen im Bruegel-Jahr

Von: Annika Wind


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