Foto: Eric Larrayadieu

Göttliche Seufzer

Der italienische Barockspezialist Rinaldo Alessandrini gratuliert dem Jubilar Monteverdi – in Köln.

TEXT GUIDO FISCHER 

»In meiner Brust wütet ein Gift, das Amor dort versenkt hat.« So lässt Claudio Monteverdi 1607 eines seiner bekanntesten Madrigale beginnen. In »Damigella tutta bella« (so sein Titel) sind es drei Gesangsstimmen, die sich in ihren Liebesklagen überbieten. Doch statt daraus eine seiner unwiderstehlich anrührenden, von dissonanten Reibungen durchschüttelten Lamenti zu formen, verscheucht Monteverdi alle Qual und Leiden mit auch tänzerischem Drive in den Streichern. Dirigent Rinaldo Alessandrini peitscht in seiner Fassung des Madrigals das Sängerteam zudem noch mit deftig gesetzten Paukenschlägen an.

Mit dem barocken Muntermacher beginnt der italienische Alte-Musik-Maestro in der Kölner Philharmonie sein Konzert zu Ehren Monteverdis, der vor 450 Jahren in Cremona geboren wurde. Alessandrini bringt sein Ensemble Concerto Italiano mit – seit über 30 Jahren eine der allerersten Adressen, wenn es um die Pflege der italienischen Barockmusik im bestmöglichen historischen Originalklang geht. 

Zudem hat sich das Schaffen Monteverdis zu ihrem international gefeierten Repertoireschwerpunkt entwickelt. Der Komponist wies den Weg zur Oper und überhaupt zum menschlich empfindsamen Seelengesang. Nahezu sämtliche neun Madrigalbücher haben der Römer Alessandrini und Concerto Italiano aufgenommen. Nachdem der Dirigent 2005 sein Regiedebüt mit Monteverdis »L’incoronazione di Poppea« am Teatro Liceo in Salamanca gegeben hatte, startete 2009 ein Aufführungs-Zyklus der drei Monteverdi-
Opern an der Mailänder Scala.

 

Dass Alessandrini dort unisono gefeiert wurde, war ein kleines (...)

Den vollständigen Text lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von k.west

Concerto Italiano, Leitung Rinaldo Alessandrini; Werke von Monteverdi, Uccellini, Merula, Banchieri: 13. Februar 2017, Philharmonie, Köln.

Musik
02 / 2017

Göttliche Seufzer

Von: Guido Fischer


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