»Nicht von Menschenhand« heißt eine Einzelausstellung, die das Museum Schloss Cappenberg in Selm dem Hyperrealisten Konrad Klapheck widmet. Bekannt wurde er durch seine »Maschinenbilder«, denen freilich nichts Maschinelles anhaftet.
Der Düsseldorfer Künstler Konrad Klapheck (1935-2023) zählt zu den eigenwilligsten Vertretern der deutschen Nachkriegskunst. 1955, als die Abstraktion den künstlerischen Diskurs beherrschte, malte der Student der Kunstakademie Düsseldorf sein erstes Schreibmaschinenbild – und blieb dieser Art der präzisen, ja peniblen Objektdarstellung über Jahrzehnte treu. Die Ausstellung im Museum Schloss Cappenberg dokumentiert diese künstlerische Position, die zwischen Neorealismus und Surrealismus angesiedelt ist.
Mit zahlreichen Leihgaben erschließt das Kunstmuseum des Kreises Unna das Schaffen des Einzelgängers. Zu sehen sind Darstellungen von Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Bügeleisen, Telefonen, Wasserhähnen und Bohrmaschinen – banale Alltagsgegenstände, die durch ihre isolierte und monumentale Darstellung eine befremdliche Präsenz entwickeln. Klapheck verlieh seinen Objekten ironische, oft zweideutige Titel: Ein Nähmaschinengemälde nannte er »Die gekränkte Braut«, ein dampfendes Bügeleisen »Die Schwiegermutter«. Das Werk »Der Krieg« von 1965 zeigt fünf Drehmechanismen vor flammendem Rot – ohne explizite Kriegshandlung, aber von bedrohlicher Symbolik.
Die Ausstellung knüpft konzeptionell an das Jahrhundertjubiläum der Neuen Sachlichkeit an – jener künstlerischen Strömung, die in den zwanziger Jahren gesellschaftliche und technologische Entwicklungen kritisch reflektierte. Ein weiterer Berührungspunkt zu Konrad Klapheck, den die Schau vertieft, ist das Werk des surrealistischen Malers Richard Oelze – dessen Bilder sind wie jene von Klapheck angesiedelt im Zwischenreich von Realität und Imagination.
»KONRAD KLAPHECK – NICHT VON MENSCHENHAND«
MUSEUM SCHLOSS CAPPENBERG, SELM
BIS 26. APRIL






