Das Westfälische Landestheater (WLT) Castrop-Rauxel hat ein neues Führungsduo.
Ein Landestheater leistet Basisarbeit. Es zieht durch kleine und mittlere Städte, die kein Ensemble haben, spielt Komödien, musikalische Abende und Schultheaterstoff. Intendant Ralf Ebeling und Geschäftsführer Günter Wohlfarth haben dafür gesorgt, dass dabei auch die Kunst zu ihrem Recht kam. Sie haben Uraufführungen ermöglicht, politisches Theater, das in Debatten eingriff, und nie das Niveau in der Unterhaltung vergessen. Ebeling war 15 Jahre, Wohlfarth 29 Jahre am WLT.
Das neue Team tritt in einer herausfordernden Situation an. Alle Landestheater warten auf die Ergebnisse einer Studie, die das NRW-Kulturministerium in Auftrag gegeben hat. Da geht es um den Finanzbedarf der vier Bühnen, die mindestens die Hälfte ihrer Aufführungen auf Tour spielen. Was nicht einfacher wird, da fast alle Städte die Auswirkungen der Krise spüren. Christoph Neumann ist der neue Geschäftsführer, in Oberhausen geboren und war am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Für die Kunst ist Nico Dietrich verantwortlich. Er war Intendant des Jungen Theaters Göttingen (das WLT spielt viel für Kinder und Jugendliche), kommt aus Brandenburg und stellt sich mit einem Stück vor, das eine ostdeutsche Familiengeschichte verfolgt. »Heimsuchung« von Jenny Erpenbeck ist ein starker Roman, den Dietrich klar inszenieren will – das Stück läuft auch als Schulvorstellung. Denn »Heimsuchung« ist in den nächsten beiden Jahren Abi-Stoff. So steht gleich die erste Premiere für eine Mischung aus neuen persönlichen Impulsen und Kontinuität. Wie es am Landestheater nicht anders geht.
»HEIMSUCHUNG«
ZAHLREICHE TERMINE AB 10. SEPTEMBER AN VERSCHIEDENEN ORTEN IN NRW
WESTFAELISCHES-LANDESTHEATER.DE





