Ein Blick ins Programm zeigt: Das Düsseldorf Festival entwickelt sich mehr und mehr zu einem ernstzunehmenden Mitspieler der großen Kulturfestivals in der Region.
Mit seinem einzigartigen Programm zwischen Hoch-, Pop-, Zirkus- und urbaner Straßenkultur mausert sich das Düsseldorf Festival von Jahr zu Jahr zu einem ernstzunehmenden Mitspieler der großen Kulturfestivals in der Region und muss sich in einigen Bereichen selbst nicht mehr hinter den Ruhrfestspielen oder der Ruhrtriennale verstecken. Schon die Eröffnungsproduktion zeigt, wie spielerisch verschiedenste Genres zusammen kommen können: Mourad Merzouki bringt mit der Kompanie Käfig die Produktion »Pixel« zurück, die seit ihrer Uraufführung 2014 zur Legende wurde. Ein rasanter Mix aus Urban Dance und zeitgenössischem Tanz in der dreidimensionalen virtuellen Landschaft einer interaktiven Video-Installation.
In jeder Sparte lauern im Programm zwischen dem Theaterzelt in der Altstadt, den Düsseldorfer Kirchen oder Banken große Namen und spektakuläre Entdeckungen. Im Tanz etwa ist Sharon Eyal, die zur absoluten Oberliga der Choreograf*innen gehört und deren Produktion »Delay The Sadness« in Koproduktion mit der Ruhrtriennale entstanden ist. Acht Tänzer*innen entwickeln darin eine Energie und Ausdruckskraft, klassische Ballett-Figuren blitzen auf und werden sofort wieder dekonstruiert, Musik, Emotionen und Körper verschmelzen. Hofesh Shechter entstammt genau wie Eyal der legendären Batsheva Dance Company. Er schickt seit 2018 sein Nachwuchs-Ensemble Shechter II in die Rheinstadt, das mit »In The Brain« die Parallelen zwischen Clubkultur und zeitgenössischem Tanz, zwischen Rave und Ritual untersucht.
Musikalische Großereignisse
Auch im Musik-Bereich gibt es wieder Großereignisse: »Sonic Bridges«, also »Klangbrücken«, heißt das aktuelle Projekt des marokkanischen Guembri-Virtuosen Mehdi Nassuli und dem 13-köpfigen Amsterdamer Marmoucha Orchestra, die seit 2020 immer wieder zusammenarbeiten und die Grenzen zwischen Jazz, traditioneller marokkanischer Musik und Global Pop ausloten, eine mitreißende Mischung aus feuriger Gnawa-Musik und modernem Jazz in all seiner Vielseitigkeit spielen. Ein absolutes Muss für Fans von Weltmusik, Jazz und Fusion. Ebenfalls aus Marokko stammt die 1978 geborene Oum, die ihr aktuelles Album »Dialddar« präsentiert, bei dem weibliche Stimmen auf Perkussion, also Schlag- und Rhythmusinstrumente, treffen. In ihrer Live-Band ist aber mindestens auch ein Oud-Virtuose dabei.
Aber auch für die weiteren Verästelungen des Musikprogramms sollte man ein Ohr haben: Unter dem Titel »Accordion Fighter« ist etwa der belarussische Musiker Yegor Zabelov zu Gast, der die Grenzen des Akkordeons spektakulär erweitert: Bei ihm klingt es wie ein Synthesizer, eine Orgel, ein Orchester, auch Beats und Percussion-Klänge spielt er auf seinem Korpus. Das Ensemble 10 Celli spielt ein Werk des US-amerikanischen Komponisten Julius Eastman, einem radikalen Vertreter des Post-Minimalismus.In der sanierten Johanniskirche kommen drei französische Meisterwerke in einem Festkonzert für gemischten Chor, Orgel und Orchester zusammen.
Für das (Neuer-)Zirkus-Programm sorgen wieder die führende Kompanien Gravity & Other Myths und Circa aus Australien. Daneben feiert die junge schwedische Zirkuskompanie Below Zero ihr Deutschlanddebüt beim Düsseldorf Festival mit der Show »In Praise of Shadows«, die den Schatten in uns und um uns herum folgt. Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers zeigt außerdem Vorstellungen ihrer Adaption von Dorothee Krings herausragenden Roman »Tage aus Glas«.
16. SEPTEMBER BIS 4. OKTOBER
VERSCHIEDENE SPIELSTÄTTEN IN DÜSSELDORF






