Zum Tod von Volker K. Belghaus

Text: Annika Wind
11. Jan. 2022

Es gab Texte, die so nur er schreiben konnte. Ein Mann geht durch die Straßen einer Stadt. Und durch welche Stadt genau er da eigentlich ging, war ganz egal – so melancholisch, so heiter, so abgründig, so anrührend ging es dort zu, dass sie überall hätte sein können. Und doch, so ahnt man, lag sie nur in ihm: Diese Stadt in seinem Kopf. Dieser riesige Fundus an Gefühlen, Beobachtungen, die er in sich barg.

Wer Volker K. Belghaus gut kannte, ahnte, dass sein unverwechselbarer Humor, seine so witzigen, ja, absurden Texte, die einen manchmal dazu brachten, laut aufzulachen, einer Melancholie entsprang. Dass es neben der Vergnüglichkeit seiner Beobachtungen auch immer eine sehr nachdenkliche Seite gab.

Noch nie haben wir eine Ausgabe, eine Heftproduktion wie nun in dieser Woche, so traurig begonnen. Schon gar nicht die erste des neuen Jahres. Wir haben durchgehend Hefte produziert, als in Lockdown-Zeiten alles still stand, erst recht die Kultur. Wir haben weiter berichtet aus dem Kulturleben in NRW, selbst als andere ihre Ausgaben pausieren ließen. Aber ein Magazin mit einer leeren Seite? Die gab es noch nicht.

Und dennoch wird die Februar-Ausgabe eine Leerstelle bereithalten, denn auch ein Platz in unserer Redaktion bleibt leer: Am 26. Dezember 2021 ist unser enger Kollege Volker K. Belghaus überraschend verstorben, der als stellvertretender Chefredakteur »kultur.west« maßgeblich über so viele Jahre geprägt hat. Dem wir über so lange Zeit die anrührendsten, absurdesten, humorvollsten Texte unserer Ausgaben verdankten. Der so lakonisch, melancholisch, herzenswarm, witzig die Welt wie kein Zweiter beschrieb. Der Formate schuf, die so nur er schreiben konnte – seine Serie »Das Ding – Design im Alltag« wird nicht fortgesetzt werden. Seine Sicht, seine Texte, seine Ideen, seine Liebenswürdigkeit wird fehlen. Er. Wir vermissen ihn schon jetzt.

Einige »kultur.west«-Texte von Volker K. Belghaus finden sich hier.


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