Von Alternative über Indie bis Pop – Frank Weiffen gibt Konzerttipps für die kommenden Monate.
Funeral Pop mit vitaler Ausstrahlung
Im Kölner Gloria sorgt Anna von Hausswolff für düstere Beglückung.
Sie ist eine kleine musikalische Sensation, die es verdient, viel größer zu sein. Aber womöglich ist ja genau dieses Konzert – Anna von Hausswolffs einziges in NRW – ein Zeichen, dass sich die Zeiten nun ändern. Schließlich wurde es aus dem kleinen Gebäude 9 im Rechtsrheinischen hochverlegt ins größere und wesentlich renommiertere Gloria auf der linken Rheinseite. Dort wird die Schwedin also ihre unverwechselbare Art der Popmusik präsentieren, die sie schon längst zu einem Liebling der Musikjournaille und der sich stetig durch alternative Popgefilde Wühlenden gemacht hat. Von Hausswolff ist eine Künstlerin des von ihr selbst so titulierten und ins Leben gerufenen Funeral Pop – einer Mischung aus Orgelklängen, Electro, Wave und Singer-Songwriter-Vibe im Düster-Gewand. Und sie hat diese Eigenarten auf ihrem neuen Album »Iconoclast«, das sie derzeit auf Tour vorstellt, noch einmal perfektioniert.
4. Februar, Köln, Gloria
Mittlerweile Superstars
Florence & The Machine gastieren in der Kölner Lanxess-Arena.
Spätestens mit ihrem dritten Album »How Big, Ho Blue, How Beautiful«, veröffentlicht im Jahre 2015, leuchtete die Engländerin Florence Welch auf den imaginären Monitoren der Musikliebhabenden dieser Welt hell auf. Schon »Lungs« (2009) und »Ceremonials« (2011) waren ja großartig gewesen. Seitdem aber hat sich der ein eigenes Genre kreierende Dream- und Artpop der Indie-Rock-Band einmal quer durch die populäre Musik gefressen und die Londonerin zum Superstar gemacht. Für einen gemeinsamen Song und ein paar gemeinsame Auftritte, unter anderem in Wembley, wurde Florence Welch sogar von Taylor Swift angefragt. Mehr Relevanz geht nicht. Mehr Exzellenz ist nur schwer möglich.
26. Februar, Köln, Lanxess-Arena

Introvertierte Songwriterin mit weltweiter Vernetzung
Luna Keller präsentiert ihr Album »Ocean Inside Of Me« im Scala-Club in Leverkusen.
Wenn heutzutage davon die Rede ist, dass endlich mal wieder mehr Indie- und Do-it-yourself-Künstlerinnen wünschenswert wären, sollte unbedingt der Name Luna Keller fallen. Mit Anfang 20 hat sich die Leverkusenerin bereits ein eigenes Netzwerk an Fans und mit ihr kollaborierenden Musikerinnen in aller Welt aufgebaut – oder besser: erspielt. Und sie hat schon mehrere Alben und EPs herausgebracht. Darunter die introvertierte und persönliche Konzeptplatte »Ocean Inside of Me« (2024), deren Songs sie im Mai, nach zahlreichen Auftritten unter anderem in Großbritannien und den USA, im Musikclub ihrer Heimatstadt präsentieren wird.
29. Mai, Leverkusen, Scala-Club
Besinnungsphase beendet
Hayley Williams kommt solo in die Kölner Live-Music-Hall.
Weltbekannt wurde Hayley Williams als Sängerin der Alternative-Rock-Band Paramore. Mit ihr eroberte die US-Sängerin in den Nuller- und Zehnerjahren die großen Hallen und Festivals und eine ganze Generation von jungen Musikhörenden. Zuletzt war sie in diesem Rahmen als Support auf Taylor Swifts weltumspannender »Eras«-Tour unterwegs. Danach kam eine Pause. Eine Zeit der Besinnung. Die Idee, es nach langer Zeit und bislang eher halbherzigen Versuchen, wieder einmal solo zu versuchen. Und somit eben jene Tournee, die sie im kommenden Jahr unter anderem nach Köln führen wird.
10. und 11. Juni, Köln, Live-Music-Hall



