Am 13. November kommt die Kulturszene zur 15. Westfälischen Kulturkonferenz zusammen. Unter dem Motto »Nicht neutral!« rückt die Tagung in der Stadthalle Rheine die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Kunst und Kultur in den Mittelpunkt.
Es ist eine spürbare Akzentverschiebung, die das Motto der Westfälischen Kulturkonferenz signalisiert. Standen in den vergangenen Jahren oft Organisationsfragen oder technologische Umbrüche im Vordergrund, wird die Debatte in Rheine grundlegender. Die Veranstalter – organisiert wird die Tagung von der LWL-Kulturabteilung, Referat »Strategische Beratung / Kultur in Westfalen« mit Sitz in Münster – reagieren auf eine gesellschaftliche Gegenwart, die von Polarisierung, geopolitischen Verwerfungen und antidemokratischen Tendenzen gefordert wird.
Strategien für Resilienz
Demokratischer Zusammenhalt, Vielfalt und die Werte des Grundgesetzes stehen unter Druck; Kulturakteur*innen, so die Ausrichtung, stehen vor der Aufgabe, zu dieser Weltlage Stellung zu beziehen und demokratische Grundwerte aktiv zu verteidigen – eben »nicht neutral« zu sein. Aber welche Verantwortung kann der Kulturbetrieb in einer demokratischen Gesellschaft tragen? Wie bewahrt er seine Unabhängigkeit? In Vorträgen, Diskussionsforen, Workshops und Netzwerkmomenten sollen Wissen gebündelt und Strategien für gesellschaftliche Widerstandskraft (Resilienz) erarbeitet werden. Das Forum richtet sich an Kunst- und Kulturschaffende, Entscheidungstragende, Ehren- und Hauptamtliche sowie kulturpolitisch Interessierte aus ganz Westfalen-Lippe.
Die inhaltliche Schärfung des Mottos wird im Rückblick auf die Entwicklung der Konferenzreihe seit ihren Anfängen im Jahr 2011 deutlich. Unter dem anfänglichen Leitgedanken »Westfalen: Kulturland mit Zukunft« (2011 in Dortmund) begründete der LWL die Konferenz als jährliche Plattform für die Region. Im ersten Jahrzehnt dominierten strukturpolitische und konzeptionelle Weichenstellungen. In den Folgejahren weitete sich der Blick auf Handlungsfelder – etwa die Kulturarbeit in ländlichen Regionen (2018 in Gütersloh) oder die Sicherung bürgerschaftlichen Engagements (2022). Zuletzt behandelte die Westfälische Kulturkonferenz den Wandel der Arbeitskultur (2024 in Detmold) und die Auswirkungen generativer Künstlicher Intelligenz auf den Kulturbetrieb (2025 in Unna).
»NICHT NEUTRAL!«, 15. WESTFÄLISCHE KULTURKONFERENZ
13. NOVEMBER, STADTHALLE RHEINE






