Die 9. Nächte der Lichtkunst fördern verborgene Depot-Schätze zutage und machen sie in Kirchen und öffentlichen Gebäuden entlang der historischen Hellweg-Route sichtbar.
Statt ausschließlich auf die 51 dauerhaften Außeninstallationen im öffentlichen Raum der Hellweg-Region zu setzen, holen die Festival-Macher*innen Carl-Jürgen Schroth und Sigrun Krauß ausgewählte Lichtarbeiten aus den Depots von Museen, privaten Sammlungen und Künstlerateliers. In Kirchenräumen und technischen Baudenkmälern entfalten die vom 23. Oktober bis zum 6. November präsentierten Objekte eine unmittelbare, räumlich aufgeladene Wirkung – fernab der klassischen Museumsarchitektur. So bereichert beispielsweise Margareta Hesses Laserinstallation »Feel the Light« die romanische Nikolaikapelle in Soest um eine begehbare, kinetische Lichtebene.
Unter den Arbeiten, die bei den 9. Nächten der Lichtkunst künstlerische Signalkraft entfalten, ragen Schlüsselwerke der internationalen Licht- und Konzeptkunst heraus. So begegnen Besucher*innen der St.-Clemens-Kirche in Bergkamen einer suggestiven Lichtskulptur von François Morellet (1926-2016) – in diesem Jahr hätte der französische Künstler seinen 100. Geburtstag feiern können. Die leuchtenden Bögen seiner Neon-Arbeit »π-Rococo neonly« basieren auf der geometrischen Übersetzung der ersten zwölf Dezimalstellen der Zahl Pi.
»Lichtreisen« per Bus
Flankiert wird Morellets Lichtskulptur von Arbeiten des im April 2026 verstorbenen »Totalkünstlers« Timm Ulrichs – darunter das Sprach-Neon-Objekt »Zwei, zu zweit«. In der gotischen Pauluskirche in Hamm wiederum reflektiert Mischa Kuball mit seiner Installation »public stage« das Zusammenspiel von Licht, Architektur und sozialem Raum – ergänzt durch ein Künstlergespräch, das am 4. November um 19 Uhr in der Pauluskirche stattfindet (»Licht? Navigation, Erleuchtung und Irritation – was kann Licht heute bedeuten?«).
Die Nächte der Lichtkunst beschränken sich nicht auf statische Präsentationen. Geführte »Lichtreisen« per Bus verbinden die einzelnen Spielorte – etwa von der Kulturkirche St. Bartholomäus in Ahlen über Hamm bis hin zum Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna, dem weltweit einzigen Museum dieser gattungsspezifischen Ausrichtung. Einen besonderen Akzent setzt Lippstadt: Am dortigen Wasserturm von 1901 wird die Licht- und Klanginstallation »| ∞« von Jan-Peter E. R. Sonntag nach 15 Jahren technisch modernisiert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Auf dem Außengelände treten dazu temporäre Depot-Werke von Chris Nägele (»Distanz«) und Jan Philip Scheibe (»Müll/Herde«) mit dem Industriedenkmal in Beziehung.
»9. NÄCHTE DER LICHTKUNST«, KULTURREGION HELLWEG
23. OKTOBER BIS 6. NOVEMBER






