Seit 2006 geht die contemporary art ruhr (C.A.R.) auf dem Unesco-Welterbe Zollverein in Essen über die Bühne. Und zwar gleich doppelt. Im Herbst lockt die Innovative Art Fair und im Frühjahr die Photo/Media Art Fair. Bei der Jubiläumsausgabe gibt es vom 20. bis 22. März wieder viel zu entdecken.
Mit Fotografie, Installationen und Videokunst, Street Art, VR- und KI-Werken, Klang- und Lichtkunst will die Messe aktuelle Entwicklungen und neue Tendenzen spiegeln. Und kündigt zum Geburtstag einige Highlights an. Darunter eine Sonderausstellung mit Arbeiten des 2024 verstorbenen Fotografen Ulrich Pracht. 1941 als Arbeiterkind in Bochum geboren, brachte er zunächst eine Lehre als Schaufensterdekorateur in Gelsenkirchen hinter sich, bevor er als Fotograf und »visueller Verführer« mit großem Erfolg die weite Welt der Kunst und des Kommerzes eroberte. Glamour garantiert.
Pop und Urban Art
Die lettische Gallery Bastejs zeigt Arbeiten von Antony Donaldson, der in den frühen 1960er Jahren zur ersten Generation der Pop-Art in Großbritannien gehörte. Während die Galerie an der Zitadelle aus Jülich unter anderem Urban Art von Patrizia Casagranda (Jahrgang 1979) im Gepäck hat: Die deutsch-italienische Künstlerin benutzt gern Materialien wie Pappe, Jutesäcke oder LKW-Planen als Bildträger für Porträts, die sie Schicht für Schicht in pigmentiertem Mörtel-Gips anlegt.
In einer Sonderausstellung präsentiert sich Monika Ortmann mit architekturbezogenen Arbeiten. Seit den 1970er Jahren verwendet sie bevorzugt gefundene, gebrauchte, weggeworfene Materialien. Am liebsten Strumpfhosen, aus denen die Künstlerin großformatige Netze knotet. Nylons, so erklärt sie, seien ein ideales malerisches wie auch bildhauerisches Medium. »Es ist transparent, extrem dehnbar und lässt sich in jede Form bringen.«
Längst hat sich die C.A.R. als Talentschau etabliert. Hochschulen wie die Folkwang Universität der Künste, die Universität Duisburg-Essen, die Muthesius Kunsthochschule Kiel und die Kunstakademie Münster präsentieren diesmal auf Zeche Zollverein Arbeiten ihrer Studierenden. Die Berliner Galerie Directors Lounge ergänzt das Programm durch eine Video-Lounge für zeitgenössische Medienkunst. Mit ihrem »Open Space«-Konzept, das ohne die klassischen Messekojen auskommt, will die C.A.R. im Jubeljahr wieder Transparenz bieten und den Austausch rund um die Kunst in Gang halten.
UNESCO-WELTERBE ZOLLVEREIN, ESSEN
20. BIS 22. MÄRZ






