Im Herbst feiert Europas größtes internationales Krimifestival »Mord am Hellweg« seine zwölfte Ausgabe. Mit rund 100 Veranstaltungen an teils außergewöhnlichen Orten verwandelt die Biennale die Region acht Wochen lang in ein Biotop der Kriminalliteratur.
Vom 19. September bis zum 14. November lädt »Mord am Hellweg« zu einer Entdeckungsreise durch die Abgründe der Kriminalliteratur ein. 2002 als Biennale gegründet, besteht das Festival unter der Federführung des Westfälischen Literaturbüros in Unna und der Kreisstadt Unna aus einem Netzwerk aus 18 Kommunen und freien Kultureinrichtungen an Ruhr und Hellweg.
Das Prinzip des Festivals gleicht einer dezentralen Großoffensive der Spannung: Rund 100 Veranstaltungen mit gut 200 Mitwirkenden bespielen teils ungewöhnliche Spielstätten. Wer einen Blick in das umfangreiche Programmheft wirft, dem begegnet das »Who is who« der nationalen und internationalen Krimiszene. Stars wie Chris Carter, Nele Neuhaus, Robert Harris oder Ruth Ware geben sich an der Ruhr ein Stelldichein. Dabei geizt die Ausgabe nicht mit inszenatorischen Glanzlichtern. So zelebrieren Sven Stricker und TV-Star Bjarne Mädel am 26. Oktober in Unna den neuesten »Sörensen«-Band, während Cozy-Crime-Königin Susanne Oswald im Schloss Horst in Gelsenkirchen zu einer gemütlichen Strick-Runde bittet.
Raus aus der Nische
Dass sich das Genre längst aus seiner klassischen Nische herausbewegt hat, beweisen die eigens konzipierten Sonderreihen. Unter dem Titel »Queer meets Crime« diskutieren Kulturschaffende in Dortmund über den queeren Wandel im Genre, während »Romance meets Suspense« gezielt ein junges Publikum adressiert. Auch die Festival-Heimat selbst gerät ins Visier: Die Reihe »Möpkentod – Westfalen kriminell« holt regionale Größen wie Klaus-Peter Wolf an Bord und entführt das Publikum zu literarischen Kutschfahrten oder auf ein echtes Ausflugsschiff. Als Kontrastprogramm zu den traditionellen Lesungen warten zudem True-Crime-Formate und eine hochkarätige Horrornacht mit Joe Hill auf die Besucher.
Ein weiteres Highlight markiert die Premiere der neuen Festival-Anthologie »Mörderdämmerung«, die in diesem Jahr getreu dem Themenschwerpunkt einen eigenen Soundtrack mitliefert. Für die beteiligten Autor*innen ist das Buch der Startschuss, an ihre realen Tatorte in der Region zurückzukehren.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Förderung neuer literarischer Stimmen. Der von Thrillerstar Sebastian Fitzek gestiftete »Viktor Crime Award 2026« rückt in diesem Herbst zum vierten Mal das beste Thrillerdebüt in den Blickpunkt. Mit einer Dotierung von insgesamt 6.666 Euro und einer Shortlist, auf der Autor*innen wie Timo Blunck, Lars Menz, Emily Freud und Colin Walsh stehen, setzt der Preis ein markantes Signal in der Nachwuchsförderung. Diesmal ist das Publikum erstmals mittels Online-Voting aktiv in die Preisvergabe eingebunden. Die Gewinner*innen werden bei Sebastian Fitzeks Lesung am 10. November in Witten bekanntgegeben und dort vom Preisstifter ausgezeichnet.
»MORD AM HELLWEG«
HELLWEG-REGION
19. SEPTEMBER BIS 14. NOVEMBER






