Das Josef Albers Museum in Bottrop feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer Retrospektive des Schweizer Künstlers Richard Paul Lohse. Die Schau präsentiert die geometrischen Rasterbilder des Konstruktivisten.
Wer in der Kunst das Spiel mit klaren Regeln sucht, kommt an Richard Paul Lohse (1902-1988) kaum vorbei. Der Maler und Grafiker gehört zu den Hauptvertretern der konkreten und konstruktiven Kunst. Präzision und analytisches Denken gingen ihm über alles, darauf deutet auch sein Zitat hin: »Die Zahl ersetzt das Individuelle, Themen übernehmen die expressive Funktion des Elements.«
Dass die Kurator*innen des Bottroper Museums jetzt eine Lohse-Werkübersicht ins Programm genommen haben, kommt nicht von ungefähr. 1976, also vor 50 Jahren, war dem Zürcher die allererste Einzelausstellung im frisch eröffneten »Quadrat« gewidmet. Damals markierte sie die programmatische Öffnung der Bestände über den Namensgeber Josef Albers hinaus. Zudem legte das Museum mit dem Ankauf von Lohses Gemälde »Drei horizontale Teilungen« (1949/72) den Grundstein für seine Sammlung geometrischer Abstraktion.
Erstaunlich: Die aktuelle Präsentation in Bottrop ist die erste große Lohse-Retrospektive seit mehr als 20 Jahren. Präsentiert werden zentrale Gemälde, Arbeiten auf Papier und theoretische Dokumente aus 40 Jahren. Zudem treten Lohse Arbeiten in einen Dialog mit Werken von Albers und anderen Protagonist*innen der konkreten und optischen Kunst, darunter Günter Fruhtrunk, Donald Judd, Bridget Riley und Victor Vasarely.
»RICHARD PAUL LOHSE«
JOSEF ALBERS MUSEUM – MUSEUMSZENTRUM QUADRAT BOTTROP
BIS 11. OKTOBER






