Vom 17. bis 19. April wird das Areal Böhler wieder zum Schauplatz der Art Düsseldorf: Knapp 120 Aussteller aus 22 Ländern bespielen die Hallen des ehemaligen Stahlwerks.
Am Thema Marktkonsolidierung kommt heute niemand im Sektor der Kunstmessen vorbei. Doch während andernorts über schrumpfende Umsätze geklagt wird, verzeichnet die Art Düsseldorf ein verstärktes Interesse der Galerien, am Rhein Flagge zu zeigen. Zu den 32 Neuzugängen in diesem Jahr gehören Namen, die in der Branche einen guten Klang haben, etwa Esther Schipper (Berlin, Paris und Seoul) oder Bärbel Grässlin (Frankfurt am Main).
Dass die Art Düsseldorf auf Kurs bleibt, hatte sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet: Trotz gedämpfter Erwartungen strömten 2025 rund 20.000 Besucher in die Hallen. Zwar spielen globale Leitmessen wie die Art Basel oder die TEFAF in Maastricht nach wie vor in einer anderen Liga, doch konnte Düsseldorf stark aufholen. Im Vergleich zur Art Cologne punktet die Düsseldorfer Messe mit einem unverwechselbaren Ambiente: Statt auf weitläufige, modulare Messehallen setzt man auf die atmosphärische Industrie-Architektur des Areals Böhler.
Mit drei Themenschwerpunkten, zu denen die Galerien passende Arbeiten vorschlagen konnten, wagt Gilles Neiens, der neue künstlerische Leiter der Messe, ein Experiment. »Cosmic Feel – Kunst als Resonanzraum«, »Panic Attack – Angst als Spiegel der Gegenwart« und das Japan-Special »Ōjigi – Eine Geste der Begegnung« – diese drei Segmente markieren innerhalb der Art Düsseldorf kleine Themenpräsentationen. Eine Soloschau des koreanischen Künstlers J. Park sowie eine Sammlung aus Tokio (»anonymous art project. made in AOMORI«) runden das Programm ab.
Visuelle Widerhaken
Strukturell fächert sich das Teilnehmerfeld 2026 in bewährte und neue Sektionen auf. Neben den Segmenten »Main«, »Solo« und »Next« (für junge Galerien) manifestiert sich der kuratorische Anspruch besonders in der Sektion »Fragile Realities«: Die Kuratorin Pola van den Hövel versammelt hier ausschließlich weibliche Positionen: Es geht um Galerien, die von Frauen geführt oder gegründet wurden. Dazu zählen Anahita Sadighi (Berlin), Roberta Keil (Wien) und Kristin Hjellegjerde (London, Berlin, West Palm Beach).
Ein Rundgang durch die Hallen verspricht aber auch visuelle Widerhaken und inhaltliche Tiefe. Am Stand der Galerie Ruttkowski;68 (Düsseldorf, Köln, Bochum, Paris, New York) kann man das vielschichtige Werk von Eva Beresin kennenlernen. Die 1955 in Budapest geborene Künstlerin behandelt in ihren grotesk-figurativen Bildern und Skulpturen Banalitäten des Alltags, aber eben auch die Traumata der Shoah – ein Erbe ihrer Eltern, das sich in ihr Körpergedächtnis eingeschrieben hat.
Das komplette Kontrastprogramm bietet Matthias Herrmann in seiner Serie »Textpieces: 1996-98«, die am Stand der Wiener Galerie Steinek gezeigt wird. Der Fotokünstler nutzt seinen eigenen Körper als Werkzeug für inszenierte Fotografien, um mit popkulturellen Zitaten und Soundbites die Klischees von Geschlechterrollen und Kreativität ironisch zu unterlaufen.
ART DÜSSELDORF, 17. BIS 19. APRIL (PREVIEW: 16. APRIL, 16 UHR)
AREAL BÖHLER, HANSAALLEE 321, 40549 DÜSSELDORF



