Der Literaturpreis Ruhr wird 40 und feiert sein Jubiläum am 15. September in Gladbeck: Die Jury hat fünf aktuelle Bücher auf die Shortlist für die mit 15.000 Euro dotierte Hauptauszeichnung gesetzt – nominiert sind wieder Sarah Jäger, dazu Uwe Carow, Patrik Peyn, Vera Zischke und Denis Pfabe.
Erstaunlich, dass sie ihn bisher noch nicht gewonnen hat! Gemeint ist Sarah Jäger, die bereits auf der Shortlist zum Literaturpreis Ruhr stand – und deutschlandweit schon so oft ausgezeichnet wurde. Zuletzt hatte sie 2025 gleich zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis für »Und die Welt, sie fliegt hoch« bekommen – von der Kritiker- und Jugendjury. Im selben Jahr bekam dann auch »Das Feuer vergessen wir nicht« (bei Rowohlt erschienen) seine erste Würdigung: Die Wochenzeitung Die Zeit und Radio Bremen feierten ihre Coming-of-Age-Geschichte mit dem »Luchs des Monats« als herausragende Neuerscheinung für Kinder- und Jugendliteratur.
Mit dieser Erzählung über das Erwachsenwerden geht Sarah Jäger nun auch für den Literaturpreis Ruhr 2026 ins Rennen, der als wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftsteller*innen aus dem Ruhrgebiet und für Autor*innen gilt, die über die Region schreiben. Er wird seit 1986 jährlich vom Regionalverband Ruhr vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut.
Aus botanischen Gärten und Baumärkten
Neben Sarah Jägers Erzählung landeten diesmal vier weitere aktuelle Bücher auf der Shortlist: Uwe Carow erzählt in »Im Dunkeln zu Hause« (erschienen bei Red Bug Books) von einer Bergarbeiterfamilie im Ruhrgebiet der 1970er Jahre. Für das Genre des »Nature Writing« steht Patrik Peyn. Die Prosagedichte seines ersten Gedichtbands, den er unter dem Titel »die leere in der orangerie« bei Parasitenpresse veröffentlicht hat, seien eine Annäherung an botanische Gärten im Ruhrgebiet, so die Jurybegründung: »Mit Namen, Zitaten, Anspielungen erkunden sie die pflanzlichen Territorien ebenso wie die wilde und zugleich gebändigte Sprache dafür, bis an die unscharfen Ränder des Unsagbaren.«
Die Essener Journalistin Vera Zischke ist mit »Pina fällt aus« (erschienen bei List) auf die Shortlist gekommen. Es ist eine warmherzige Geschichte über den 20-jährigen autistischen Leo, dessen Mutter plötzlich ausfällt – und für den die Nachbarschaft unverhofft einspringt. Und schließlich ist auch der Bonner Denis Pfabe mit seiner ungewöhnlichen Geschichte »Die Möglichkeit einer Ordnung« (erschienen bei Rowohlt) dabei: Darin erzählt er mit „starken Bildern und in unterhaltsamer Sprache“ aus dem Mikrokosmos Baumarkt – bitterböse und urkomisch, wie es von der Jury heißt, zu der die Journalistin Cathrin Brackmann, der Autor Jürgen Brôcan (Träger des Literaturpreises Ruhr 2016), der Literaturwissenschaftler Peter Goßens von der Ruhr-Universität Bochum, der Satiriker Martin Kaysh, die Buchhändlerin Kathrin Olzog, die Kulturjournalistin Jennifer Schumacher und der Schriftsteller Feridun Zaimoglu gehörten. Die Jury wählte die Nominierten aus einer Liste von insgesamt 39 literarischen Werken aus.
15. SEPTEMBER, PREISVERLEIHUNG
MATHIAS-JAKOBS-STADTHALLE GLADBECK
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