Zwischen Industriekultur und ökologischem Wandel: Mit einer Fotoschau lenkt das LWL-Museum Zeche Zollern in Dortmund die bedrohte Welt der Insekten in den Blickpunkt.
Insekten sind nicht bloß faszinierende Grenzgänger zwischen technischer Präzision und biologischer Vielfalt, sondern auch Menetekel: Ihr Schwinden ist zum Alarmsignal für den Zustand unserer Ökosysteme geworden. Das LWL-Museum Zeche Zollern widmet sich diesem Thema nun mit der Ausstellung »Industrie-Insekten – In einem unbekannten Land«. Im Zentrum stehen Aufnahmen der Fotografen Ute Matzkows und Klaus Rieboldt – auf den weitläufigen Arealen der acht LWL-Museen für Industriekultur sind die beiden auf Spurensuche gegangen. Wo einst Kohle gefördert wurde und Schornsteine rauchten, haben sich heute ökologische Nischen gebildet. Lebensraum sowohl für bekannte Insekten wie Eintagsfliegen und Marienkäfer als auch für Exoten, das Flechtenbärchen beispielsweise oder den Balkenschröter.
Die Ausstellung bricht die klassische Distanz der Dokumentarfotografie durch ein interaktives Konzept auf. Jeden Museumsstandort repräsentiert ein eigener Kubus mit einer Slideshow. Große Modelle zoomen die komplexe Anatomie der Tiere heran. Schließlich bietet die Ausstellung eine Reihe von Hands-On-Stationen: Hier kann man beispielsweise Töne dem richtigen Tier zuordnen, Insekten-Memory spielen oder mit einem Scanner bei ausgewählten Produkten aus dem Supermarkt herausbekommen, welche unter »Mitarbeit« von Insekten entstanden sind.
»INDUSTRIE-INSEKTEN – IN EINEM UNBEKANNTEN LAND«
LWL-MUSEUM ZECHE ZOLLERN, DORTMUND
BIS 1. NOVEMBER



