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Das Schlossareal denken

Das Literatur Film Festival Münster ergründet das Spannungsfeld von Literatur und Kino. Dass ein gutes Buch auf der Kinoleinwand oft sein blaues Wunder erlebt, gehört zu den schmerzhaften Gewissheiten der Kinogeschichte. Meist leidet die Vorlage unter dem Diktat der filmischen Verkürzung oder erstarrt in ehrfürchtiger Nacherzählung. Dass es auch anders geht, demonstriert das von der Filmwerkstatt Münster organisierte Literatur Film Festival Münster. Vom 18. bis 27. September widmen sich die »Litfilms« dem Spannungsfeld zwischen Wort und Leinwand – mit einem Gespür für das Experimentelle und verteilt auf drei Spielstätten: das Schloßtheater, das LWL-Museum für Kunst und Kultur und den Theatertreff. Die Reibungswärme, die entsteht, wenn literarische Vorlagen das Medium wechseln, erprobt bereits der Eröffnungsfilm: Milena Aboyans »Drei Kameradinnen« setzt ein kraftvolles Zeichen für den Hauptwettbewerb »Literaturadaption«, in dem sechs Spielfilme um ein Preisgeld von 5000 Euro konkurrieren. Dass die Übersetzung von Literatur auf die Leinwand selten geradlinig verläuft, versteht sich von selbst. Einen feministisch Blick teilen die Podcasterinnen Anja Rützel und Annika Brockschmidt. In ihrer Live-Performance »Jane Austen und ihre Männer« (21. September, LWL-Museum) nehmen sie Mr. Darcy, Mr. Knightley und Captain Wentworth humorvoll unter die Lupe. Austen, so der Tenor, demontierte die maskuline Selbstgewissheit mit feinem Spott lange vor…
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