Das Literaturdistrikt Festival in Essen hat sich diesmal den mehrdeutigen Titel »Offbeat« gegeben: Vom 2. bis 11. November wollen Autor*innen wie Mithu Sanyal oder Karosh Taha für einen Vielklang an Stimmen sorgen.
Wie klingt er wohl, der Puls der Zeit? Immer härter? Immer lauter? Weil in vielen Debatten die Zwischentöne fehlen? Antworten haben die Schwestern Semra und Fatma Uzun auf diese Fragen schon öfter gegeben – denn sie setzen sich für eine Vielstimmigkeit im Literaturbetrieb ein. Nicht zuletzt mit ihrem Programm des Essener Festivals »Literaturdistrikt«. Es soll »Perspektiven« eröffnen, »die sich der Eindeutigkeit entziehen – auf künstlerischer, menschlicher und gesellschaftlicher Ebene«, wie es in der Ankündigung heißt.
Los geht es am 2. November mit Mithu Sanyal und Eva von Redecker. Unter dem Motto »Aus dem Takt. Über den Drang nach Härte und das Recht, ihm zu widersprechen« wollen sie fragen, was es heißt, einen anderen Ton zu treffen, wenn Einstimmigkeit verlangt wird. Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo erzählt in »So, in etwa, ist es geschehen« von einer afrodeutschen Aktivistin, die ihren Chef getötet hat, und von einem Großvater, der 1945 aus der Lübecker Bucht an Land schwamm. Gleich zwei der in Essen eingeladenen Autorinnen sind für den Deutschen Buchpreis nominiert: Karosh Taha, deren Buch »Gulistan« als politisch und poetisch zugleich gilt und aus dem sie am 10. November liest – es führt in den Irak Saddam Husseins der 1980er Jahre. Auch Shida Bazyar steht mit »Die Lücken« auf der Buchpreis-Shortlist. Sie liest am 6. November aus ihrem Roman, in dem ein Dorf im Hunsrück seine Geschichte verschweigt – die Leerstellen, die deportierte jüdische Nachbarn hinterlassen haben. Interessant dürfte das Gespräch danach mit der Autorin Rasha Khayat werden, denn auch ihre eigenen Texte drehen sich um Herkunft und Identität.
VERSCHIEDENE ORTE IN ESSEN
2. BIS 11. NOVEMBER 2026






