Serge Aimé Coulibaly kommt mit seiner dynamischen Choreografie »Back to Kidal« zurück zur Ruhrtriennale.
Es gibt diese biografische Notiz aus seinem beruflichen Leben, die eine Menge über Serge Aimé Coulibaly erzählt. Einige Jahre lang, noch vor seiner eigenen Arbeit als Choreograf, tanzte Coulibaly beim belgischen Choreografen und Regisseur Alain Platel. Er war damals der einzige afrikanische Tänzer in dessen Kompanie – und der einzige Performer, der nicht vom klassischen Ballett kam. Sein Körper kannte Grenzen: Ein Bein hoch in die Luft zu strecken, war für ihn schlicht nicht möglich. Also überlegte er, wie er sich, seinen Körper und seine Tanzsprache anders einbringen könnte. Und er schöpfte aus der Kraft und Präsenz, die er im populären afrikanischen Tanz gelernt hatte. Heute zeugen seine Arbeiten von eben dieser kraftvollen Leidenschaft. In seiner physischen und rhythmischen Tanzsprache, häufig geradezu impulsiv, widmet er sich Themen wie Macht und Migration, Kolonialismus und kollektiver Erinnerung.
In der vergangenen Ruhrtriennale-Spielzeit kreierte Coulibaly die tänzerischen Elemente in Ivo Van Hoves Eröffnungsinszenierung »I Did It My Way«. Das Hinwerfen, Hinfallen und Wiederaufstehen war ein zentrales Element in seiner dynamischen Choreografie. In diesem Jahr kommt der künstlerische Leiter mit seiner Kompanie Faso Danse Théâtre und einer neuen Arbeit in die Gießhalle im Duisburger Landschaftspark: »Back to Kidal« ist lose inspiriert vom Dokumentarfilm »Soundtrack to a Coup d’État« (2024) über die Ermordung Patrice Lumumbas und über Jazz als politisches Instrument im Kalten Krieg. Coulibaly ergründet das Erbe von Sklaverei, Kolonialismus und kultureller Auslöschung. Die titelgebende Stadt Kidal liegt in der Sahelzone und schaut auf eine uralte Musikkultur zurück. Für diese Inszenierung haben Yvan Talbot (Doogoo D) und Patrick Kabré eine Afro-Blues-Klanglandschaft entwickelt, die an diese musikalische Geschichte Afrikas anknüpft. Mit Tanz, Musik, Gesang, gesprochenem Wort und Video begibt sich Coulibaly mit dem Publikum, das zum Teil mit auf der Bühne sitzt, auf diese besondere Reise zwischen Erinnerung und Zukunft.
»BACK TO KIDAL«
5. UND 6. SEPTEMBER
GIESSHALLE, LANDSCHAFTSPARK DUISBURG-NORD
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